Procrastinating on my essay | Essay on my future goals

Tuesday, August 07, 2018 1:42:27 AM






In der Krise liegt die Kraft Meinen wir es wirklich ernst mit Europa? Das wird anstrengend. Aber wenn wir die EU zerstören, sind wir die dümmste Generation aller Zeiten. Ein Essay von Nils Minkmar. Vor dem Hauptquartier der EU in Brüssel. Bei allen oft beschriebenen Nachteilen hat Europa einen unabweisbaren Vorteil: Jeder kann alles darüber behaupten. Mit Staunen konnte man in den Chaostagen nach dem Referendum hören, was Europa alles angestellt haben soll: Brüssel habe England seiner Industrie beraubt, Arbeitsplätze vernichtet und eine jahrzehntelange Austeritätspolitik verordnet, schimpfte ein Nordengländer im Fernsehen. Man konnte seinen Kummer gut verstehen, aber er war falsch informiert. Es waren die britischen Parteien beider Lager, die diesen Kurs verfolgt haben, indem sie Industrie durch Dienstleistungen, den öffentlichen Dienst durch Billigfirmen und Politik durch PR ersetzten. Das ging solange gut, wie es möglich war, die Verantwortung für die Konsequenzen dieser Politik zu exportieren. Nach Brüssel. Europa sind immer die anderen. Jedenfalls, wenn etwas schiefläuft. Wie eine herrenlose Häuserwand steht es jedem zur Verfügung, der sich frustriert fühlt und etwas zu sagen hat. Wer soll widersprechen? Die Beamten, die die europäische Maschine am Laufen halten, kommen gar nicht dazu, das oft segensreiche Wirken der Brüsseler Bürokratie darzustellen. Niemand kennt diese Leute. Wer sollte ihnen zuhören, gar vertrauen? Die europäischen Spitzenpolitiker haben zu Hause in Free Essays on American and Indian Culture Nationen keine große Parteimacht. Sie sind dankbar, wenn sie von ihren Parteichefs weiterhin protegiert werden und selten in der Stimmung, eine Konfrontation zu suchen, die sie ohnehin verlieren würden. Die heimischen Politiker sind einfach öfter im Fernsehen, man kennt sie länger und man neigt dazu, sie ernster zu nehmen. Das alles verzerrt das Bild von Europa. Wie ein Fabelwesen wechselt Europa seinen Charakter und seine Gestalt, wenn man von einem Land in das nächste fährt. Und so ist es auch jetzt in dieser Krise nach dem Brexit: In jedem Land herrscht ein völlig anderes Bild davon, was Europa ist und was es werden könnte. Hierzulande wird gerne, wenn die Bürger nervös sind, ein weiteres Zusammenwachsen versprochen. In anderen Ländern schwärmt man davon, die europäische Solidarität gegen die deutsche Übermacht in Stellung zu bringen. Wieder andere Nationalpolitiker spekulieren darauf, dass es mit dem Zusammenwachsen nun ein Ende hat, dafür aber mehr Geld fließt. Vermutlich wird nichts davon passieren. Die EU funktioniert im Modus des permanenten Kompromisses, des beständigen Verhandelns immer neuer Ansprüche, ein spezialisierter Apparat, dem spektakuläre Effekte fremd sind. Er selbst ist schon Wunder genug. Solche nationalen Chimären führen Cork Independent keiner gemeinschaftlichen Politik, nicht mal zu One Day Cameron Highlands Tour from Kuala Lumpur von allen geteilten Einschätzung der Lage. Stattdessen werden Sonntagsreden gehalten, in denen hehre Begriffe aufeinanderfolgen: Krieg und Frieden, Vergangenheit und Zukunft, Jugend und Kultur, Freundschaft und Feindschaft. Gut gemeint - aber immer abstrakt, immer weit weg. Da jeder über Europa alles behaupten kann, wenden sich die Leute rasch ab. Es langweilt. Das ist wie bei einem absurden Theaterstück: Wenn die Figuren alles Mögliche aufsagen können, ergibt sich weder Sinn noch Spannungsbogen. Müssten die Bürger nicht eigentlich selbst beurteilen können, was sinnvoll ist und was nicht? Aber wie sollen sie diese Kriterien entwickeln? Wie soll man sich einen Reim machen auf dieses große Gebilde, das bald kommt oder gerade vergeht? Und wie soll Vertrauen entstehen - zu den handelnden europäischen Politikern oder zu den Bürgern anderer Länder? Im Moment ist das, seien wir ehrlich, schlicht unmöglich. Will man der Rede über Europa eine größere Verbindlichkeit verleihen, wird es nicht ausreichen, sich auf professionelle Politiker zu verlassen. Diese Leute haben einen schweren Job und lösen mehr Probleme, als sie schaffen, aber bei aller Professionalität werden sie eins nicht können: uns erklären, wo ihre Kompetenz an Grenzen stößt. Stattdessen müssten wir Bürger mehr von Europa verstehen und dazu benötigen wir eine europäische Öffentlichkeit. Bislang wirken nationale Medien, insbesondere die Nachrichtensendungen, wie ein Spiegelkabinett der unendlichen Vervielfältigung der Relevanz nationaler Politiker. Das hat seine eigene Logik: In der "Hessenschau" ist der hessische Ministerpräsident wichtig, in den französischen Hauptnachrichten der Staatspräsident und in der "Tagesschau" die Kanzlerin - aber wo ist die europäische Vogelperspektive, die es möglich macht, das Handeln der Akteure in Beziehung zu setzen? Womöglich wären Zuschauer und Leser durchaus bereit, im Einklang mit diesen unübersichtlichen Zeiten ihre kulturelle Komfortzone zu verlassen. Warum soll nicht mal ein europäischer Gast in einer deutschen Talkshow sitzen? Oder mehrere? Warum nicht eine live übertragene Talkrunde mit 27 interessanten Gästen, um einen Eindruck davon zu vermitteln, wie das europäische Parlament und die EU so funktionieren müssen? These Are The Biggest Skills That New Graduates Lack gibt es die Eurovision in diesen Zeiten drohenden europäischen Zerfalls? Sicher nicht nur, um einmal im Jahr zu Tode kommerzialisierte englischsprachige Songs aus Australien und Russland zu versenden. Warum sollen die Familienshows am Samstagabend nicht mal paneuropäisch ausfallen, live und aus wechselnden Hauptstädten? Wir waren schon mal weiter. In dieser Woche trauerten viele Deutsche mittleren Alters um Bud Spencer, einen italienischen Schauspieler. Seine Filme liefen in den Kinos, er besuchte die ZDF-Show "Der große Preis" mit Wim Thoelke. Aber mit wie vielen italienischen Schauspielern wachsen deutsche Kinder heute auf? Kinderfernsehen, das waren mal tschechische Produktionen und Filme nach Astrid Lindgren. Es gab Louis de Funès, "Mit Schirm, Charme und Melone" und das "Spiel ohne Grenzen". Die britischen Monty Python wurden von Alfred Biolek nach Deutschland geholt. Heute ist populäre Kultur entweder national oder global. Unseren Kindern werden möglicherweise eines Tages jene vielleicht These Are The Biggest Skills That New Graduates Lack nur oberflächlichen kulturellen Kompetenzen fehlen, die Vertrauen stiften könnten: Weil man weiß, wie die Leute in anderen Ländern so sind, wie sie aussehen, worüber sie lachen. Nicht jeder wird kreuz und quer durch die 27 EU-Länder reisen, um sich selbst ein Bild zu machen. Medien müssen sich der Aufgabe stellen, eine europäische Öffentlichkeit zu realisieren. Quoten für europäische Produktionen in öffentlichen Programmen könnten helfen, Kanada hat mit solchen Vorgaben gute Erfahrungen gemacht. Dem historisch gesehen relativ jungen, durch Einwanderung aus aller Herren Länder geprägten Staat ist es gelungen, eine spezifische kanadische Identität zu bewahren, in dem dort, nach ausdrücklicher politischer Maßgabe, ein ganzes Instrumentarium bewahrender und fördernder Vorschriften dafür sorgt, dass ein gewisses Quantum kanadische Produktionen über die Sender ausgestrahlt wird. Auch Frankreich hat mit Quoten seine Filmproduktion und die nationale Musikszene geschützt. Und Europa? Unsere Nationalstaaten und ihre mehr oder minder wachen Medienlandschaften sind nicht Produkte unserer spezifischen Genialität, sondern Ausdruck politischer Entscheidungen. Oft genug standen einfache, auch umstrittene Beschlüsse am Beginn jener Institutionen, die uns heute vertraut sind wie Naturdenkmäler. Warum gründen wir keinen gemeinsamen europäischen Sender, in dessen Gründungsjahrgang bekannte, vertraute und beliebte Fernsehprofis aller europäischen Staaten für ein symbolisches Honorar zu Werke gehen? Sollten die großen Zeitungen und Magazine Europas nicht einen Teil ihres Angebots wenigstens in Englisch bereit halten und für einen Austausch der Autorinnen und Autoren sorgen? Nun gut, wenn wir es wirklich ernst meinen mit Europadürfte es anstrengend werden. Warum auch Accessing Screening Services: A Review of the Literature Depressionen entstehen auch aus Unterforderung, dem Gefühl, nicht gebraucht zu werden und nichts mehr hoffen zu dürfen. Mfa creative writing nyu ksa - enixan Bürger warten nur darauf, dass man an ihre Tatkraft, ihren Mut und Einfallsreichtum appelliert, statt sie wie Kinder zu behandeln. Wie viele Male haben wir den Spruch vom gemeinsamen Haus Europa nun schon gehört? Aber war dieses Haus nicht doch eher ein blind gekauftes Fertighaus, das sich jeder ganz anders vorstellt hat? Zusammengehauen von irgendwelchen Politikern, schlüsselfertig, aber ohne Eifer und Anstrengung? Nun merken wir, dass es immer noch nicht fertig ist und auch noch anders aussieht und dass wir in Wahrheit nichts damit zu tun haben. Echte Identifikation entsteht nur, wenn ich mitbestimmen, mitarbeiten, mich anstrengen kann. Die Vorstellung also von Europa als einem Märchen, das unseren Kindern eine goldene Zukunft verspricht, wenn wir nur daran glauben, ist falsch und kontraproduktiv. Dass das vereinte Europa eine Art Belohnung der Geschichte für diejenigen ist, die guten Willens sind und das Böse ablehnen - so etwas gibt es nicht. Nicht alle Gewohnheiten werden sich fortführen lassen, nicht alle Interessen berücksichtigen und Standpunkte versöhnen. Es kann sein, dass die großen Städte, die Regionen wichtiger werden und die nationalen Institutionen auch mal schwächer. Es wird auch zu narzisstischen Kränkungen kommen, wenn sich beispielsweise erweist, dass die kommunalen Dienstleistungen in Paris weitaus effektiver und besser sind als die in Berlin. Und natürlich wird es Stress und Streit geben - schließlich ist so gut wie jedes europäische Land auch in sich gespalten und kaum einer erträgt in den Ferien das Benehmen seiner eigenen Landsleute. Da ist also Stoff für Konflikte und Krisen - und genau daher kommt die Energie für historischen Fortschritt. Alle Menschen, die vor uns gelebt haben, Animal farm essay questions | StudyHippo heftigere historische Situationen zu meistern. Niemand kann eine permanente, sorglose Gegenwart versprechen, es ist auch nicht nötig. Aber es sind alle gefordert. Und jede, und jeder kann sich etwas einfallen lassen. Wahr ist übrigens auch: Wenn wir Europa nicht weiter entwickeln, sondern am Ende noch zerstören, sind wir die dümmste Generation aller Zeiten.

Current Viewers: